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Eine Filmrundreise um Rheinkilometer 780

Duisburg. Eine kreisfreie Großstadt im Schnittpunkt der Regionen Niederrhein und Ruhrgebiet. Bei Rheinkilometer 780 mündet die Ruhr in den Rhein. Das alles wisst Ihr bereits, wir haben es heute schon mehrmals gehört.
Allerdings gibt es noch einiges mehr zu wissen über den Rheinkilometer 780. Irgendetwas unheimliches geht dort vor sich.
Iolaus, ein enger Freund unseres Meisterdetektivs Hercule Uhu war in der letzten Vollmondnacht neben der Rheinorange attackiert worden. Seitdem war er ohne Bewusstsein. Sein Körper war vollkommen bleich und am Hals hatte er seltsame kreisrunde Male, die aussahen, als ob ihn eine Schlange gebissen hätte.
Die Ärzte der Heliosklinik waren ratlos. Sie stritten darüber, ob sie die rote oder die blaue Pille verabreichen sollten, aber keiner gab sich zuversichtlich. Also musste sich Hercule Uhu etwas Eigenes einfallen lassen und fasste einen Entschluss: Er begab sich auf die Suche nach dem sagenumwobenen Zaubertrank von Asterix und Obelix.
Er flog an die Küste von Aremorica, doch das kleine gallische Dorf war verlassen. In Onkel Toms Hütte lag ein Recall-Zettel für einem Wettbewerb namens
„Galliens Next Top Druid“. Was auch immer das zu bedeuten hatte, hier würde er die Antwort nicht mehr finden.
Er besah sich das Papier etwas genauer und fand eine Adresse für den Auslands-Recall: „P. Sherman, 42 Wallaby Way, Sydney“. Irgendwie kamen ihm bei dieser Adresse zwei bunte Comic-Fische in den Sinn.
Es war ihm kein Weg zu weit und nach einer unglaublichen Reise in einem verrückten Flugzeug verließ er den Flughafen 1975 von Sydney. Er wollte sich gerade einen Imbiss bei den drei Damen vom Grill genehmigen, als ihn ein geheimnisvoller Mann mit hochgeschlagenem Kragen und tief in die Augen gezogenem Hut ansprach: „Ich mache Dir ein Angebot, das Du nicht ablehnen kannst. Willst Du ein E kaufen?“
„Ein E?“ „Pssst… genau!“ Doch Hercule Uhu sprach: „Danke, kein Interesse. Für drei donnergewaltige Lulu brauche ich kein E. Aber zu einem leckeren Quell würde ich nicht nein sagen…“
Nachdem er sein Essen verputzt hatte („Hühnchen, lecker“), machte er sich auf den Weg zur genannten Adresse und unversehens stand er vor einem riesigen kuppelartigen Fernsehstudio.
Er wollte das Gebäude betreten, doch ein Türsteher trat ihm in den Weg und murmelte gelangweilt: „Passierschein A38“. Hercule Uhu zog seinen Ausweis aus der Tasche, erwiderte „Multipass“ und ging an dem verdutzten Mann vorbei ins Studio.
Er betrat einen Bereich, der wie eine Disco aussah. In der Mitte der Tanzfläche bewegte sich ein schlanker Mann in einem weißen Anzug zur Musik von den Bee Gees. In einer Ecke saß eine Frau an einem kleinen Tisch. Sie glich Barbie bis aufs Haar, wirkte aber unglücklich und ein wenig verwirrt.
Hercule Uhu fragte sie: „Was machst Du denn hier?“ „Ich habe eine Wassermelone getragen und dachte, ich hätte die Zeit meines Lebens. Doch das war alles nur schmutziges Getanze“.
Er nahm seine Sonnenbrille ab und sprach „Wenn Du leben willst, komm mit mir“. Er reichte Ihr den Flügel und führte sie auf die Tanzfläche. Sie legten einen flotten Flashdance aufs Parkett, bevor er sich von Ihr verabschiedete: „Hasta la vista, Barbie“.
Er kam zu einer weiteren Halle, offensichtlich ein Set, an dem gedreht wurde. Alles sah aus wie in einem Kochstudio, allerdings in einem Märchenwald. Überall Männer mit langen weißen Bärten, die in großen Kupferkesseln rührten. Im Hintergrund rief jemand „Rama, Baby, Rama – keine Butter“. Doch bevor er das Studio betreten konnte, stellte sich ihm ein Mann in den Weg, die Kapuze seines braunen Umhangs tief in sein Gesicht gezogen.
Hercule Uhu erkannte ihn dennoch sofort und sprach: „Helft mir, Obi-Wan Kenobi. Ihr seid meine letzte Hoffnung. Wo finde ich Miraculix und seine Freunde?“.
Der Mann wirkte überrascht, machte eine seltsame Handbewegung und sprach:
„Das sind nicht die Druiden, die ihr sucht. … Aber Miracoli ist fertig. Schaut mal hinter Tor 3“.
Dort angekommen, betrachtete er einen großen, dünnen, sehr alten Mann mit blauen Augen und einer sehr langen, krummen Nase, auf der er eine halbmondförmige Brille trug. Sein silbernes Haar und sein silberner Bart waren so lang, dass sie bis zum Gürtel seiner langen Robe reichten. Der Mann lehnte an einem Baum, knabberte an einer Mohrrübe und fragte „Is‘ was, Doc?“
Hercule Uhu sprach ihn ungläubig an: „Miraculix?“
Doch der Mann schüttelte den Kopf und sprach: „Nein, ich bin Albus Percival Wulfric Brian Dumbledore, was kann ich für Dich tun, Harry?“
Hercule Uhu dachte sich „Ein echter Zauberer, das ist ja noch viel besser als ein Druide“ und so schilderte er kurz und knapp die Situation. Dumbledore hielt ihm den Arm hin und als Hercule Uhu zupackte, fühlte er ein Ziehen hinter dem Bauchnabel und sein ganzer Körper war in Bewegung. Einen Augenblick später standen die beiden am Krankenbett von Iolaus in der Helios-Klinik Duisburg-Homberg. Dumbledore holte ein Knicklicht aus einer Tasche in seinem Umhang. Hercule fragte „Was ist das?“
„Das ist blaues Licht“. „Und was macht es?“. „Es leuchtet blau.“. „Faszinierend“.
Mithilfe des Knicklichts besah sich Albus Dumbledore die Wunden am Hals von Iolaus. Er zog seinen Zauberstab und murmelte ein paar unverständliche Worte. Iolaus schlug die Augen auf und murmelte: “ Ich weiß, wie gut Sie zu mir sind, aber ich will deine Kleider, deine Stiefel und dein Motorrad“.
Epilog
Wie es weitergeht, wer der Missetäter war, welches Motiv er hatte, und warum der Angriff bei Rheinkilometer 780 erfolgt, erfahrt Ihr vielleicht ein anderes Mal.